Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,

das erste Plakat, auf dem der Chorname „Kantorei Salzwedel“ steht, stammt aus dem Jahr 1969. Schon vorher hatten sich Sängerinnen und Sänger zusammengefunden, um Kantaten und Oratorien aufzuführen, aber die Bezeichnung „Kantorei Salzwedel“ entstand vor 40 Jahren.

Ich lernte den Chor 1980 als Student während es Praktikums bei meinem Vorgänger Joachim Barthels kennen. Bei den Proben durfte ich auf der Orgel Haydns „Nelson-Messe“ begleiten. Als ich 1984 die Kantorei übernahm, war nur eine Chorprobe im Monat üblich. Dank einer Intensivierung der Probenarbeit mit wöchentlichen Proben, Samstags-, Wochenend- und Sonderproben ist ein leistungsstarker Laienchor mit 80 bis 100 Mitgliedern gewachsen.

Neben fast allen wichtigen Werken der Oratorienliteratur haben wir manchen musikalischen Schatz aufgeführt, der nur selten zu hören ist. Vor allem Bach und Mendelssohn-Bartholdy standen im Mittelpunkt unseres Musizierens. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen, die Einzelproben mit Choristen durchgeführt haben und durchführen, aber auch den vielen ehrenamtlichen HelferInnen, die unseren Choralltag unterstützen, und dem treuen Publikum aus West und Ost.

Wir konnten viele Höhepunkte erleben, uns an wunderbaren SolistInnen erfreuen, virtuose InstrumentalistInnen bestaunen. Vieles ist uns gelungen, manches auch nicht. Das ist menschlich. Wie schön, dass so viele Freundschaften im Chor entstanden!

Viele bewegende Momente mit den KünstlerInnen und der Hörergemeinde konnten wir erleben! Manchmal galt es auch, gemeinsam Leid zu tragen oder tränenreich Abschied zu nehmen. All das kann man den beiden Bibelstellen der Herrnhuter Tageslosung für den heutigen 26. September zuordnen: „Bis hierher hat uns der Herr geholfen.“ (1. Sam 7, 12) und Paulus schreibt: „Der Herr stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Botschaft ausgebreitet würde.“ (2. Tim 4, 17).

Ja, das war und bleibt die Hauptaufgabe der Kantorei Salzwedel: Gott zu loben mit den herrlichen Werken der Kirchenmusik, mit vertonten Psalmen, Lobgesängen, Gebeten, Evangelien und Bekenntnissen. Unser Förderverein hat den Anfangs- und Schlusstext aus Mendelssohns „Lobgesang“ als Motto gewählt: „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ Und Bach schreibt unter seine vollendeten Partituren: „Soli Deo Gloria!“ (Gott allein die Ehre!) So wollen wir es uns auch weiterhin vornehmen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Konzertabend!
Ihr Matthias Böhlert